Michael fucking Jackson
Es scheint, als wäre der Papst, Obama und Steven Seagal gleichzeitig auf der gleichen Party an einer Überdosis Crack gestorben. Michael Jackson ist angeblich tot und auch Menschen, denen das kaum bis gar nicht nahe geht, müssen sich irgendwie mit diesem Thema auseinandersetzen. Warum? Weil es mal wieder zeigt, wie naiv und verlogen die Menschheit ist.
Michael Jackson war der King of Pop, wohl war. Er war die Polarisierung in Person und hat auch mal gute Musik gemacht. Ich kann mich daran noch erinnern, weil es erst vor 20 Jahren war. Getanzt hat er auch gut und wenn man so überlegt, spricht man über die positiven Dinge nur in der Vergangenheitsform. Sein letzter Lebensabschnitt wurde eher durch Prozesse und äußerst dämlichen Aktionen geprägt, wie Freiluft-Babys, Scheinehen oder, das wohl groteskeste überhaupt, eine Ankündigung zu 50 Konzerten mit einer anschließenden mehrjährigen Welttournee. Er ließ nichts aus, um den Fremdscham auf Pegel zu halten. Und jetzt sind auf einmal alle traurig?
Wo war die Anteilnahme an seinem Leben, die er jetzt bei seinem Tod genießt? Ist es wirklich so traurig und unvorhergesehen, dass er gestorben ist? Wenn ich über ein Jahrzehnt Witze über jemanden mache und mich gehässig freue, dass der Mensch mal wieder gescheitert ist, dann steh ich nicht an seinem Grab und trauer einem Menschen hinterher. Auch nicht, wenn er vor dieser Zeit ein paar gute Lieder geschrieben hat. Warum Trauer heucheln, wenn die Häme so ehrlich war? Und da können sich alle dazu zählen. Medien, Promis und alle, die ihn als Kinderficker abgestempelt haben. Also alle.
Warum jetzt alle seine Platten kaufen wie blöd, das ist mir ein Rätsel. Aus irgendeinem Grund muss man jetzt seine Musik hören, obwohl sie einen die letzten Jahre nicht interessiert hat. Ist sie durch seinem Tod besser geworden oder braucht man sich auf einmal nicht mehr dafür zu schämen?
Anscheinend muss man sich in diesen Stunden auch als ewig treuer Fan bezeichnen, der ja immer zu ihm gestanden hat. Hab ich nie, auch wenn ich Off The Wall als ein phantastisches Album empfinde. Er hat sich die letzten Jahre einfach zum Horst, Bernd und Obst gemacht, sich aus einem Prozess freigekauft, sein Baby ausm Fenster gehalten und Gläubiger mit enormen Summen stehen lassen. Er war nie ein Vorbild und seine letzten Platten waren auch einfach nur scheiße. Das einzige, was einen trauern lässt, sind Erinnerungen, die sehr lange zurückliegen. An dieser Stelle möchte ich aus “Ehrenmann” von den Toten Hosen zitieren:
Wir nehmen Abschied in Liebe und in Dankbarkeit,
in stiller Trauer beim letzten Geleit.
Er war doch nur ein Arschloch, warum sagt niemand die Wahrheit?
Oder ist das alles vergeben, vergessen und vorbei?
In diesem Sinne gedenke ich jenem Musiker, der bis zu seinem Ableben alles gegeben hat.
paracuda
Naja, Culture Beat und Haddaway hab ich damals gehört und hör ich heute noch. Aber da vergleichste auch Birnen mit Pampelmusen.
26. Juni 2009 um 17:51
Chris
“Ist sie durch seinem Tod besser geworden oder braucht man sich auf einmal nicht mehr dafür zu schämen?”
auf jeden fall letzteres, das is so wahr. wer steht denn heut noch zu der musik die er damals gehört hat, doch wohl keiner.. Culture Beat und Haddaway waren ja auch NIE erfolgreich… NOT!
26. Juni 2009 um 17:07
FLKNBRG
Nur noch mal zur Erinnerung:
“Die Liste von Vorwürfen gegen Popstar Michael Jackson wird immer länger: Bereits 1990 habe der Sänger dem Sohn eines Angestellten 2 Millionen Dollar gezahlt, damit dieser nicht wegen Mißbrauchs gegen ihn aussage (…) Als Sheriff des Landkreises Santa Barbara untersuchte Thomas 1993 Mißbrauchsvorwürfe gegen Jackson, die schließlich zurückgezogen wurden. Jackson soll dafür 15 bis 20 Millionen Dollar gezahlt haben. (…) Gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte Thomas, der damals zwölfjährige Junge habe nicht vor Gericht gegen Jackson aussagen wollen, „weil er Angst hatte, daß seine Freunde ihn für homosexuell halten würden.“ Er habe der Polizei aber gesagt, daß Jackson ihn begrabscht habe.
Dem 45jährigen wird unter anderem zur Last gelegt, einen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell mißhandelt zu haben. Auch der Familie dieses Jungen sollen Mitarbeiter des Popstars Geld angeboten haben, wie der Stiefvater in einer Anhörung sagte. Das Geld sei der Familie vor Bekanntwerden der Vorwürfe als Gegenleistung für die Mitwirkung in einem Video versprochen worden, das Jacksons Ansehen verbessern sollte.
(Quelle: faz.net, 03.09.2004)
27. Juni 2009 um 09:05
paracuda
Egal, er ist der King of Pop.
27. Juni 2009 um 15:36