Stell Dir vor, es ist Deine Beerdigung und keiner geht hin
Für viele ist es der Horror schlechthin, der Gedanke, alleine zu sterben. In seiner Wohnung verrotten, wo dann die Nachbarn nach einem halben Jahr die Polizei ruft, weil sie den Gestank nicht mehr ausgehalten haben. Niemand, der nach Dir pfeift. Niemand, der sich fragt, warum sich die Post in Deinem Briefkasten stapelt.
Vor knapp zwei Monaten habe ich mich bei Facebook abgemeldet und ein enger Freund hat letztes Wochenende erst davon erfahren. Nachdem ich es ihm erzählt habe. Er wunderte sich nur, warum ich auf einige Statusmeldungen von ihm nicht mehr reagierte.
Ich habe mich schon des öfteren bei diversen Plattformen abgemeldet und wenn ich dann doch rückfällig wurde und meine Kontaktliste wieder hergestellen wollte, kamen nicht zu knapp Fragen wie “Wie, ich dachte, wir wären schon längst Freunde!?”. Eine Frage, die ich mir in diesem Moment dann auch stelle. Sind die sogenannten sozialen Netzwerke etwa nur posthumane Einrichtungen? Was hier nach einer Frage in einer Hippie-Runde klingt, ist wirklich eine Überlegung, wie groß der Nutzen am Ende wirklich ist. Denn die einzigen, die sich für Dein Netzwerk wirklich interessieren, sind die Plattformen, die diese anbieten.
Es wird Zeit, dass die allgemeine Rückentwicklung des Menschen auch wieder zu vergessenen Tugenden führt, dem “nach dem anderen schauen” zum Beispiel. Das gilt auch für die zig Kontaktlisten.