Einmal Kanada und nicht zurück
Da war ich grad drei Wochen in Kanada und könnte direkt wieder hin. Obwohl es schon mein viertes Mal war, habe ich das Gefühl, nur einen Fliegenschiss gesehen zu haben. British Columbia ist zwar ganz schön, aber das zweitgrößte Land der Welt hat bei weitem noch mehr zu bieten, als schöne Berge und Nadelwälder. Die dünn besiedelten Provinzen sind die, die mich einfach reizen. Oder eine Tour von rechts nach links und Zeitzonen-Bingo spielen.
Meine Mittdreißiger will ich nutzen, um dieses Land ausgiebig zu bereisen. Warum also nicht jetzt schon mal rumspinnen und sich seine Wunschrouten auszusuchen? Drei davon kamen mir als erstes in den Sinn. Anregungen und Erfahrungsberichte nehme ich gerne entgegen.
Halifax – Vancouver, ca. 6200km
Diese Route ist wohl die entspannteste von den dreien und ein Klassiker. Man durchfährt überwiegend flaches Land und befindet sich am dicht besiedelten Streifen zur US-Grenze. Außerdem durchquert man acht der dreizehn Provinzen, sowie fünf Zeitzonen. Die größten Städte Kanadas und die Rocky Mountains gibt es inklusive. Vielleicht könnte man sogar noch einen Abstecher zum Hudson Bay machen.
Der “Nachteil” ist, dass man viel geradeaus durch flaches Land fährt, was bei eher unspannenden Provinzen wie Manitoba und Saskatchewan überwiegend Kilometerfressen bedeutet. Dafür wird man in Alberta mit den Rocky Mountains und dem Banff National Park belohnt. Zudem sind die Temperaturen im Indian Summer sehr angenehm. Ein eher entspannter Road Trip also. Die kanadische Route 66.
Vancouver – Anchorage (Alaska) – Vancouver, ca. 7450km
Absoluter Berge-Overdoze! Coast Mountains, Columbia Mountains und die Rocky Mountains werden hier durchfahren, mitten durch den Yukon, wo auf einer Fläche größer als Deutschland gerade einmal 30.000 Menschen leben. Der Yukon gilt auch als kälteste Region Nordamerikas, wo man sich also nicht allein auf Menschenwärme verlassen sollte. Dafür sieht man hier das Polarlicht und Grizzlybären, die aber nicht ganz so zutraulich sind, wie die Schwarzbären weiter südlich.
Nach Alaska wollte ich schon immer, also warum nicht gleich in die Hauptstadt, die in einer Bucht am Pazifik liegt. Dass es dann den gleichen Weg wieder zurück geht, stört mich weniger. Schließlich könnte man alle zwei Meter stehen bleiben, gucken und hat dann immernoch nicht alles gesehen.
Vancouver – Hay River – Vancouver, ca. 3900km
Der Norden Kanadas reizt mich nicht nur, weil dieser schwer zu erreichen ist, wie zum Beispiel die Provinz Nunavut. Die Natur ist dort weitgehend noch unberührt, sofern man das heutzutage überhaupt noch behaupten kann. Und man könnte diese Strecke noch ausbauen, indem man hochfährt zum Dempster Highway. Das wäre allerdings mit 8.500km eine Tour, die man nicht in zwei bis drei Wochen abreißen will. Allerdings entgeht so einem auch einiges.
Fazit
Gebt mir ein Wohnmobil, viel Zeit und ich fahre jede Tour. Denn entscheiden kann und ich will ich mich hier nicht. Und wer einmal den besagten Fliegenschiss in Bildern sehen will, der kann sich hier meine gesamten Kanada-Fotos anschauen.


