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Schwarz & Weiss – Rap aus dem Osdorfer Born

Dass Rapper gerne von der Straße kommen und reden, das ist nicht neu. Vor allem in Berlin ist jeder, der “Halt die Fresse!” sagen kann, ein geplagtes Straßenkind wie einst Rob van Winkle. Dass Rapper aber auf die Straße gehen, um ihre CD an ausgewähltes Publikum zu verticken, das war mir neu. Dennoch ein Weg, den viele gehen sollten. Doch mal alles von Anfang an…

Ein lauer Sommerabend, der letzte im Juni diesen Jahres. Ich fuhr mit meinem Fahrrad verbotenerweise über die Promenade an den Landungsbrücken, als mich zwei Jungs armefuchtelnd zum Anhalten brachten. Es waren einige da grad unterwegs, aber selbst als ich schon 50 Meter an denen vorbei gefahren bin, sollte ich es sein, den sie sprechen wollten. Nun gut.

Die beiden Jungs, offensichtlich dem Rap zugewandt, stellten sich sehr höflcih mit Handschlag und Namen vor. Einer von ihnen erzählte schnell und kurz worum es ging, nämlich, dass sie ihre CD persönlich verkaufen wollen, woher sie kommen, worüber sie rappen.

Im Endeffekt war es die ganze Lebensgeschichte, denn wir standen da eine gute viertel Stunde. Wir unterhielten uns darüber, wie sie mittlerweile ihr eigenes Studio hätten, wie sie nicht nur jammern wollen, wie scheiße das Leben ist. Darüber, dass es denen nicht wichtig ist, soviele Platten wie möglich zu verkaufen, sondern so gut wie möglich ihre Geschichte zu vermitteln. Das fand ich gut. Zwei Jungs, Taschen voller CDs und Leidenschaft für ihr Ding.

Aber es geht eben nicht ohne Crime-Story. So war einer der beiden Rapper wohl nicht so down mit dem Gesetz:

Die Arbeit an diesem Album brauchte drei Jahre, knapp zwei davon wurde Face polizeilich gesucht, ein halbes Jahr saß er in U Haft und hat schlussendlich Bewährung erhalten. Unter diesen Bedingungen wurde die Fertigstellung des Albums erheblich erschwert, ebenso alles, was danach kam.

Ich kaufte das Album ungehört fürn Tenner. Etwas, was ich auch noch nie gemacht habe. Aber ich konnte auch nicht sagen “Cool story, bro!” und dann weiter fahren. Außerdem war ich wirklich gespannt, was die auf die Platte gebracht haben. Denn sie waren keine jungen Butjer, sondern in meinem Alter und mit dem Hip-Hop der frühen 90er aufgewachsen.

Jetzt aber zur Musik.

Der Sound ist düster und defintiv, wie sie auch selber sagen, dem Gangster-Rap zuzuordnen. Die Beats sind recht tight, nicht so ein Klickerklackerminimalscheiß, den die Bling-Bling-Deppen heute als Hip-Hop verkaufen wollen. Man hört sogar gewisse G-Funk-Einflüsse à la Too Short oder Eazy-E raus.

Die Texte handeln, wie der Titel “Rauskomm” schon vermuten lässt, vom Leben in der Hood, Zukunft, Perspektiven und der ganze Shit. Falls ihr den Osdorfer Born nicht kennt: schicke Plattenbausiedlung im Westen Hamburgs und liegt zwischen Altona und Lurup. Da will man nicht wirklich wohnen. Daher finde ich die Behandlung der Thematik auch authentischer, als wenn die Jungs aus Winterhude kommen würden.

Hier gibt es auch was zu hören:



Im Großen und Ganzen eine ordentlich produzierte Rap-Platte aus Hamburg ohne Hamburch-Ciddy-Attitüde. Erhältlich am Hafen bei den Rappern eures Vertrauens.

Label:
BG Records

2 Reaktionen

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    Christoph

    Wann hatt der Brüller vom Schlump seine LP fertig?

    16. Juli 2010 um 10:25

  2. comment_ID, $args); ?>

    kristiiinäää

    Also ich mag es sehr!!! :-) würde euch gern mal kennenlernen. Viel Erfolg weiterhin!!!

    31. August 2011 um 18:53