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Ad ACTA – Eine Demokratie legt sich zu den Akten

Das Anti-Counterfeit Trade Agreement (ACTA) ist ein “geplantes multilaterales Handelsabkommen auf völkerrechtlicher Ebene” (Wikipedia). Zu deutsch: ein Abkommen diverser Nationen zur Eindämmung von Produkpiraterie und Urherrechtsverletzungen. Das klingt an sich gar nicht so schlecht, wären die Verhandlungen nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden. Dadurch entstanden Befürchtungen, dass die Bürgerrechte noch mehr beschnitten werden. Der jüngste EU-Entwurf wurde nun geleakt und einige Passagen bestätigen die Befürchtungen aufs Neue:

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Bis es knallt

Heute morgen war ich beim Bäcker und habe mir zwei Brötchen gekauft. Im Laden hingen vier Kameras und eine Person notierte, was für Klamotten (Marken, Farbe, Größe) ich trug. Eine andere Person mit Klemmbrett fragte mich schon beim Eintreten, woher ich kam und wohin ich denn noch gehen werde. Meinen Arbeitgeber und meine Wohnadresse musste ich noch angeben. Alles nur zu reinen Marketingzwecken, total anonym natürlich.

Natürlich ist das nicht passiert. Niemand würde einen Bäcker betreten, wenn er so viele Informationen von sich preisgeben müsste. Was ist aber, wenn man eine Website besucht und im Hintergrund Daten gesammelt werden, die mehr über uns verraten, als uns lieb ist? Warum empfinden wir es als normal, Daten über einen Besucher zu sammeln und empfinden auch nichts schlimmes daran, diese auch selbst abzuliefern? Zudem das alles auch noch versteckt abläuft. Das wäre so, als würde beim Bäcker hinter einem Spiegel diverse Kameras laufen und versteckte Mikrofone die Konversationen aufzeichnen.

Damit man sich einmal bewusst wird, was man bei einem stinknormalen Analyse-Tool wie Google Analytics bei einem Seitenaufruf alles für Informationen hinterlässt:

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Systemfehler Mensch: Ich und ich und Du mal nicht

Ich bin gerade bei IKEA und später fahre ich mit der U-Bahn an die Alster, wo ich dann mit Freunden Kaffee trinken werde. Ich finde, dass Germany’s Next Topmodel voll scheiße geworden ist, aber ich gucke es trotzdem donnerstagabends. Erstmal koche ich mir etwas, vielleicht was ich schon lange nicht mehr gegessen habe. Danach lege ich mich vielleicht nochmal hin oder höre Musik, die keiner kennt und wenn doch, dann höre ich sie eben nicht mehr. Ich bin am Wochenende beim Fußball und ich finde, dass Selbstmörder voll die Egoisten sind, weil sie andere mit ihrem Freitod belasten. Der Himmel ist so schön blau und der Frühling ist wohl endgültig da. Denn der Schnee ging mir schon lange aufn Sack. Polaroid finde ich besser und alles was Du hattest, hatte ich auch schonmal. Nur viel schlimmer. Weiterlesen »

Ballermann 22769


Foto: | Thorsten |

Es ist lange her, als ich das letzte Mal an einem Freitagabend über das Schulterblatt lief. Letzten Freitag dann, das Wetter wird wieder milder und das Leben spielt sich langsam wieder draußen ab, wagte ich den Weg durch die angebliche Aorta Hamburgs. Und ich wunderte mich, dass ich nach Jahren immernoch negativ überrascht werden kann.

Zuerst kamen die Werber und arbeitsuchende Kreative, die mit ihren dicken Sonnenbrillen in der Sonne saßen und portugiesische Kaffeemischgetränke konsumierten. Harmlos. Dann kamen vor zwei drei Jahren die Pinneberger Schaufensterbummler, was schon etwas mehr die Stimmung trübte, aber immerhin waren auch sie friedlich. Jetzt aber ist der Untergang des Viertels nur noch eine Frage der Zeit. Denn jetzt sind sie da, die Lokaltouristen und Jugendlichen aus den umliegenden Gesamtschulen. Der Frieden ist mit den friedliebenden Mac-Usern aus dem Viertel verschwunden.

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