Freunde der einfachen Kunst, dies ist das neue Deftones-Video “You’ve Seen The Butcher” und auch wenn dort nichts besonderes passiert, ist es voller Ästhetik und guter Musik. Das in Zeiten, wo Musikvideos so tot sind, dass sie nur noch durch total verrückte Konzepte Aufsehen erregen. Nein, ich bin Freund der einfachen und schönen Bilder, abgestimmt auf die Musik und auch bedacht eingesetzte Bandshots (auch wenn Chino in dem Video etwas aussieht, wie Serj Tankian) mag ich sehr gerne. Zudem gibt es hier noch Weiber und Blut, was willste mehr.
Abgesehen davon ist Diamond Eyes ein sehr gutes Album, viel besser als der Totalausfall Saturday Night Wrist und vielleicht auch besser als Hexagram, mit dem ich mich nicht komplett anfreunden konnte. Und sie sind wieder auf Tour, aber nach dem legendären Gig 2000 im Logo, habe ich Angst, diese Erinnerungen durch ein Konzert im fucking Docks zu verwaschen. Manchmal reicht eben auch einmal.
Sony stellt nach 30 Jahren endlich die Produktion des Walkman ein und erste Stimmender Wehmut werden laut. Kindheitserinnerungen und so, alles voll romantisch, weißt noch damals. Ey, sorry, aber der Walkman war nur eins: Scheiße! Keine Ahnung, warum die Menschen nur noch ihre Retrobrille tragen, aber dieses klobige Ding der akustischen Bevormundung war zwar als erstes da, aber noch lange nicht das Maß der Dinge.
Meine Erinnerungen an den voll tollen Kassettenplayer sind eine Mischung aus Bandsalat, Monotonie und schlechter Klangqualität. Sowieso dieses ewige Kassetten bespielen! Da läuft man am Ende mit zehn Tapes in der Tasche rum und hört immer wieder die gleiche Reihenfolge inklusive der Klickgeräusche, die bei der Aufnahme entstanden sind. Und wie viele Songs sind bis zu meinem Lebensende versaut, weil sie immer noch im Kopf an einer bestimmten Stelle unterbrechen, weil da die fucking Seite zu Ende war? Tausende!
Nein, es geht nicht um Geld. Davon habe ich genug, decke mich damit abends zu und zünde meine Steuerbescheide damit an. Nein, das ist kein “Ich bin Pleite”-Rant. Das hier geht raus an die Verantwortlichen, die im ganzen Land neue Bahnhöfe bauen und dabei eines total vergessen: uns!
Und nein, das hier erst recht nicht um Stuttgart 21.
Die Marke ist nur so stark, wie der Verbraucher sie macht und Qualität ist das, was der Verbraucher sagt. In Zeiten von Social Media wird kaum etwas so hochgelobt, wie der Konsument. Die Leute dort abholen, wo sie sind. B2C. Streisand-Effekt. Der Kunde ist wieder König und Terrorist zugleich. Denn wehe, dir passiert als Marke ein Fehler, dann kannst Du einpacken. Für immer. Denn das Internet vergisst nichts!
Es wäre schön, wenn es nur ansatzweise so wäre. Doch der Kunde ist weder stark, noch hat er immer recht. Ein König, das wäre er gerne, doch dafür müsste er beweisen, ob er mit dieser Macht überhaupt umgehen kann. Und vergessen, das macht der Kunde als erstes, sobald der nächste Skandal vor der Tür steht. Wir Verbraucher, wir Kunden sind nichts weiter als ein Haufen aufmerksamgeile Opportunisten.