Alles

Stell Dir vor, es ist Deine Beerdigung und keiner geht hin

Für viele ist es der Horror schlechthin, der Gedanke, alleine zu sterben. In seiner Wohnung verrotten, wo dann die Nachbarn nach einem halben Jahr die Polizei ruft, weil sie den Gestank nicht mehr ausgehalten haben. Niemand, der nach Dir pfeift. Niemand, der sich fragt, warum sich die Post in Deinem Briefkasten stapelt.

Vor knapp zwei Monaten habe ich mich bei Facebook abgemeldet und ein enger Freund hat letztes Wochenende erst davon erfahren. Nachdem ich es ihm erzählt habe. Er wunderte sich nur, warum ich auf einige Statusmeldungen von ihm nicht mehr reagierte.

Ich habe mich schon des öfteren bei diversen Plattformen abgemeldet und wenn ich dann doch rückfällig wurde und meine Kontaktliste wieder hergestellen wollte, kamen nicht zu knapp Fragen wie “Wie, ich dachte, wir wären schon längst Freunde!?”. Eine Frage, die ich mir in diesem Moment dann auch stelle. Sind die sogenannten sozialen Netzwerke etwa nur posthumane Einrichtungen? Was hier nach einer Frage in einer Hippie-Runde klingt, ist wirklich eine Überlegung, wie groß der Nutzen am Ende wirklich ist. Denn die einzigen, die sich für Dein Netzwerk wirklich interessieren, sind die Plattformen, die diese anbieten.

Es wird Zeit, dass die allgemeine Rückentwicklung des Menschen auch wieder zu vergessenen Tugenden führt, dem “nach dem anderen schauen” zum Beispiel. Das gilt auch für die zig Kontaktlisten.

Damals, als Okocha das Tor des Jahrhunderts schoss

Wir saßen auf der Couch, tranken ein paar Bier und gingen nochmal zurück auf Anfang. Unser erstes Mal, wie aufregend und schön es doch war. Was ist bis heute geblieben und was wird nie wieder so sein wie damals, als wir unsere Jungfräulichkeit verloren. Der Fußball hat sich stark verändert und wir sind froh, dass wir unseren Anfang hatten, als alles schon zu Ende ging.

Das Volksparkstadion war hässlich. Es war weitläufig, viel zu weit vom Spielfeld entfernt und voll mit Faschos und Hooligans. Da es außerhalb lag und kaum überdacht war, zog es einfach immer. Die 64.000 Plätze waren, wenn es gut lief, gerade mal zur Hälfte gefüllt. Aber es hatte eben seinen Charme. Und so standen wir dort alle zwei Wochen, in der brennenden Sonne oder, eher Hamburg-Style, im Dauerregen.

Bequemlichkeit war nicht wichtig für uns, dafür sprach schon der Stehplatz in Block E. Nichts im Stadion sorgte dafür, dass der Besucher hier ein Rundumsorglosevent erleben sollte. Seine Wurst kaufte man sich nicht an einer von 20 Aramark-Buden, wo alles einfach gleich schmeckt. Man stand mit dreißig Besoffenen bei Maren an der Wurstbude an, wo der Tresen immer ein Stück zu hoch war und die Senfflasche immer versifft. Schmale Pappe, Scheibe Brot, Dose Bier dazu. Diese konnte man nämlich noch ohne große Probleme mit ins Stadion bringen.

Unbedingt weiterlesen »

Die Ehe kennt keine Lieder

Es gibt unzählige Lieder über den Tod, den Hass, den Schmerz und die Liebe. Es gibt großartige Songs über die Sehnsucht, die Trennung, die Wiedervereinigung. Und wie oft wurden die Augen, Lippen, Hände und Titten einer Frau schon besungen. Träume, Utopien, Wünsche und das Nirvana sind ebenso beliebte Themen in der Musik. Nur zu einem Thema suche ich immernoch passende Songs: die Ehe.

Sie gilt als der größte Liebesbeweis wo gibt. Die Absolution, das Fundament des Lebens. Alle streben danach, träumen von einer traumhaften Feier, weißen Tauben und dem ganzen Krempel. Doch besingen will das anscheinend niemand so wirklich. Dabei soll diese doch die Romantik schlechthin verkörpern. Ein Ring, ein Haus, ein Haufen Kinder und das gemeinsame Konto. Perfekter Stoff für einen Hit, oder etwa nicht?

I love the way you wear the ring
Can I use our account to buy more bling bling?
The Wannabe Together Forevers – Money Spending Love Song

Die Ehe ist etwas, wo man sich lange drauf freut und dann schnell merkt, dass der “absolute Liebesbeweis” nicht mehr getoppt werden kann. Der Alltag schleicht sich schon in der Hochzeitsnacht ein. Denn die meisten frisch gebackenen Paare sind so erschöpft (oder besoffen), dass man sich bestimmt nicht mehr gegenseitig die Tapeten hochjagt. Sei die Suite noch so schön – die Küche bleibt kalt, wie der Arsch eines Inuit.

Unbedingt weiterlesen »

Danke an alle

1-Euro-Jobber, ADAC-Außendienstmitarbeiter, Altenpfleger, Assistenten der Geschäftsführung, Babysitter, Barkeeper, Bauarbeiter, Bauern, Busfahrer, Call Center Agents (inbound), Chirurgen, ehrenamtliche Helfer, Empfangsdamen, Fanbeauftragte, Fastfood-Servicekräfte, Feuerwehrmänner, Flaschensammler, Flugbegleiter (ehem. Stewardess), Fußpfleger, Getränkelieferanten, Kabelträger, Kassierer, Kellner, Kindergärtner, Klofrauen, Krankenschwestern, Kumpel, Küchenhilfen, Lehrer, Lieferservice-Mitarbeiter, Lokführer, Müllmänner, Notärzte, Piloten, Postboten, Praktikanten, Proktologen, Prostituierten, Reinigungskräfte, Streetworker (ja, die gibts noch), studentische Hilfskräfte, System-Administratoren, Streusandstreuer, Taxifahrer, Testpersonen, THWler, Tierärzte, Tierpfleger, Türsteher, Umzugshelfer, Urologen, Verantwortungsübernehmer, Wahlhelfer, Zeitungsausträger, Zivis sowie die Menschen, die sich nicht zu schade sind, den Alltag der Menschen so angenehm wie möglich zu gestalten. Und die, die ich jetzt vergessen habe.

Seite 15 von 36««...101415162030...»»