Haben wir wirklich jemals geglaubt, dass alles gut wird? Waren wir immer davon überzeugt, dass die Mächtigen zum Wohle aller Menschen handeln? Wird jemals alles wieder gut? Der Sinn des Lebens scheint der zu sein, auf dieses “ja” zu warten. Ob nun gefangen im Glauben oder befreiend auf der Straße – wer nicht kämpft, hat schon verloren.
So ein Scheiß.
Es lag noch nie im Sinne der ausführenden Kräfte, für das Gemeinwohl des Volkes zu arbeiten. Weder im Alten Rom, noch im Mittelalter. Wer oben war, hat immer auf die da unten herab gesehen, gelacht und gespuckt. Wir halten das nur aus, weil wir mit uns im Reinen sind, Bio kaufen und bei Flutkatastrophen 10 Euro spenden. Wir sind quasi die Romantiker unter den Arschlöchern, weil wir immer auf ein schönes Ende hoffen, einen Climax, der dem Zuschauer Freudentränen bereitet. Doch der kommt nicht und wird auch nie kommen.
Ja, das ist ist purer Pessimismus. Manche nennen das vielleicht auch Zynismus. Ich nenne es Realtität. Je mehr wir im Informationszeitalter die Möglichkeiten haben, jede noch so kleinste Ungerechtigkeit der dort oben bis ins kleinste Detail zu beobachten, so hart ist auch die Tatsache, dass es nie wirkliche Konsequenzen hat. Außer für uns.
Die Welt regt mich zu sehr auf, als dass ich darüber grad schreiben könnte. Deshalb gibt es ein schönes Video, das man mir vor Wochen schon zugesandt wurde.
Seit 2006 ist jeder Deutsche nicht nur Deutschland-Fan, sondern muss auch unbedingt mal nach Wacken. Der Auslöser ist mit Sicherheit die “Full Metal Village”-Dokumentation, aber auch die Event-Geilheit der Menschen. Und seit 2006 schickt sich auch jeder Nachrichtendienst an, vom ach so friedlichen Metalfest im Norden zu berichten. Hach, guck mal, wie putzig. Sehen so gefährlich aus, essen aber gar keine Kinder.
Vorweg muss ich sagen, dass ich noch nie in Wacken war. Schockschwerenot! Das liegt daran, dass mir vor dem Hype das Billing selten zusagte. Ich bin halt kein Headliner-Fahrer. Ich mag das Gesamtpaket. Und da bin ich trotz Hamburger Wohnsitzes lieber zum Dynamo, Hurricane (bevor die Kinder kamen) und With Full Force gefahren. Und jetzt wo das Billing ganz gut ist, muss man sich die Kuhle mit 75.000 Deppen teilen und acht Monate im voraus die Karte sichern.
Obwohl der FC St. Pauli nicht mein Verein ist, habe ich “Schicksalsspiel” mehrmals gesehen. Da war ich noch jung und es gab damals noch nicht diese Dichte an Hooligan-Filmen wie heute. Das war 1993 und Benno Führmann (St. Pauli-Fan) und Nicolette Krebitz (Tresenschlampe aus Rostock) haben den Hass zwischen dem FC St. Pauli und FC Hansa Rostock ein bewegtes Bild gegeben.
Die Story ist recht simpel: Ein paar St.Paulianer fahren mit dem Zug nach Rostock zum Auswärtsspiel. Knacki (Benno) verknallt sich in die Bedienung Conny (Nicolette) und das kann ja irgendwie nicht gut gehen. Dazwischen gibts ordneltich aufs Maul und am Ende auch irgendwie Love.
Wie auch immer, St. Pauli ist scheiße, Rostock aber auch und irgendwie noch mehr. Dieser Film (jetzt komplett auf YoutTube) ist eine Rarität, nirgends käuflich zu erwerben. Sollte man gesehen. Auch als Rothose, wie ich es bin.