Alles

Netter Versuch, Herr Friedrich

Cyber-Abwehrzentrum

Obacht, Leute. Böse Menschen in Kellern und mit Scannern bewaffnet wollen die Trinkwasserversorgung lahmlegen und die Sonne verdunkeln. Kriminelle im Cyberspace greifen an, wenn man es nicht merkt, geschützt durch ihre Alufolienhelme, damit ihre Gedanken geschützt bleiben. Sie überholen dich rechts auf der Datenautobahn, besaufen sich auf der Baudstelle. Doch alles wird gut, denn Innenminister Friedrich hat sein Cyber-Abwehrzentrum eröffnet.

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Wie in Deutschland Autofahren geht

Hass – ein Wort, welches nur auf deutsch richtig fies klingt. Hass ist das, was Deutsche auf Autobahnen antreibt. Der Hass auf andere Menschen, auf andere Autos, der Hass auf alles, was sich nicht selbst bestimmen lässt. Und so fahren sie, die Hater, die Bessermenschen. Sie kleben dir am Heck, sobald Du es auch nur wagst, den LKW zu überholen. Sie überholen dich, obwohl Du noch nicht wieder ganz auf der rechten Spur bist. Dabei pöbeln sie dich an, weil Du es wagst, unter 280 km/h zu fahren. Selbst wenn man nur rechts fährt und beobachtet, wird einem schlecht. Während man selbst entspannt reist, bildet sich links eine Menschenmüllkette, die bei 180 und Minimalabständen den Platz ganz vorne sucht. Obwohl man sieht, dass dort gerade ein Elefant versucht, einen anderen zu überholen, wird gedrängelt, gebumst, gekackt und die BILD-Zeitung nachgelebt. Verkackte Ausländer, Scheißopelfahrer, typisch Frauen. Alles dabei, was dir heute morgen noch von der Titelseite aus ins Gehirn geschissen hat. Wichtige Termine, größeres Auto als Du, keine Zeit keine Zeit – die Liste der Tötungslizenzen ist lang. Dabei wünsche ich diesen Menschen das Allerschlimmste, was einem Menschen passieren kann, der das Leben anderer aufs Spiel setzt. Ich wünsche denen, dass sich das Lenkrad durch die Schulter bohrt, die Beine sich fünf Mal brechen, das Rückenmark beschädigt wird und der letzte echte Freund der Joystick in der rechten Hand ist. Ich wünsche all denen beschissenen Kackfressen, dass euch eure Liebsten verlassen, weil ihr nur noch eine Last seid, da eure verbrannten Gesichter und die Behandlungskosten unerträglich geworden sind. Dann kommt ihr vielleicht zur Vernunft und hättet alles anders gemacht. Doch dafür ist es zu spät, denn es trifft wie immer Unschuldige, die sich von euch abdrängen lassen, mit der Familie gegen den Baum knallen, während ihr noch mal eure Rücklichter testet. Und dass ihr mich damals verschont und mir sogar noch gewunken habt, weil ich eine geile alte Karre gefahren habe, die eh nur 190 fuhr, dafür ficke ich euch, wenn ich zu euch in die Hölle komme. Verschissenes Rassistenpack.

Ich wünsche euch unheilbare Krankheiten und einen fiesen Durchfall. Flatrate-Style.

Kein Platz für Revolutionen

Die letzten Tage waren keine einfachen für die Medien. Das Sommerloch ist da und es gibt nicht viel, über das man berichten könnte. Der Fall Strauss-Kahn klebt in den Top-News, wie alter Honig auf dem Regal. Hier noch ein bisschen Kachelmann, dort etwas Queen – das muss reichen.

Aber ist wirklich so gar nichts los? Was ist denn mit den Massenprotesten in Spanien? Ja, genau. Nichts von mitbekommen? Macht nichts, nicht einmal die Spanier selbst sind richtig informiert und müssen sich über Facebook und Twitter organisieren. Denn Europa hat Angst. Seit dem 15. Mai gehen in den großen Städten Spaniens Hunderttausende Menschen auf die Straße, weil sie keine Perspektiven mehr sehen und eine echte Demokratie wollen. Doch davon soll niemand etwas erfahren.

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Ich höre was, was Du nicht hörst

Boah, ey. Tyler, the Creator habe ich schon gehört, bevor Spiegel Online über ihn berichtet hat. Da war er noch Underground, jetzt ist er Sell-out, außerdem versteht ihr alle seine Texte nicht. Kickt eh nicht mehr so seine Mucke, nachdem die ganzen Kinder das hören. Jetzt höre ich eine Band, dessen Namen ich dir nicht verraten kann, die haben auch noch nicht so Erfolg, dafür ist die Musik viel intimer.

Wäre Musikgeschmack wie Bullshit-Bingo, wäre der Zettel 10 Seiten lang. Die größten Bands sind die mit dem kleinsten Publikum. Am besten wäre es, sie hätten gar kein Publikum, sondern nur mich. Alleine vor der Bühne tanzend, wie in Trance, wie eine Goa-Tante zu Menowin Fröhlich aufm Happy Family Fest.

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