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Ägyptische Social Media-Geschichten

Oh Gott, Social Media in diesem Blog? Ja, Mann! Hier erfahrt ihr, wie ihr von zu Hause und nebenbei 40.000 Euro macht, um dann mit shitty Digicams peinliche Coaching-Videos aus euren schlecht eingerichteten Wohnzimmern zu drehen.

Spaß beiseite. Social Media hat nicht umsonst einen nicht ganz ernst zu nehmenden Ruf. Jeder, der einen Facebook-Account unfallfrei bedienen kann, kann sich Social Media Berater schimpfen. Die jenigen, die wirklich etwas reißen, gehen in der Masse unter und bekommen trotzdem ihr Stück vom Kuchen. Mögen mich all diese Berater dort draußen vom Gegenteil überzeugen, aber ich frage euch dennoch: Wo wart ihr vor 2006? Wer vom Web 2.0 spricht, sollte das Web 1.0 erst einmal richtig durchlebt haben.

Wo hierzulande Social Media sich dadurch definiert, wie viel Kaufkraft mit einer Kampagne generiert wird und man sich auf die Kommunikation mit der Kundschaft konzentriert (Menschen dort abholen, wo sie sind und so weiter und sofort), gibt  es Regionen auf dieser Welt, wo Social Media das bedeutet, was der Name schon sagt: soziale Medien, von der Gesellschaft erzeugt und verbreitet. Ägypten war Anfang dieses Jahres das Paradebeispiel dafür.

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Faster Than The World


Hier Dings, ‘n Kollege vom Kollegen hat ein Video gemacht. Alles schön in Zeitraffer, auch Timelapse in Neudeutsch genannt. Das Schöne daran ist, dass man denkt, dass es irgendwo voll weit weg ist, weil es voll schön ist und so. Dabei entstanden die Aufnahmen im Ruhrpott, Münsterland, Berlin und Hamburg. Letzteres erkennt man am Hafen, DOM und dem Volksparkstadion.

Ich steh’ ja voll auf Zeitraffer, aber dieses Video ist irgendwie noch besser als die anderen. Weiß nicht, warum. Vielleicht weil es so schön auf die Musik geschnitten ist, was auch wieder etwas ist, was ich gerne mag. Es sind aber auch einige Aaaahs und Ooohs dabei, meine Herren. Und wer noch nicht genug hat, kann sich noch ein paar nordamerikanische Städte anschauen.

FASTER THAN THE WORLD bei Vimeo

Systemfehler Mensch: Endgegner Verstand

Jaja, Terror ist doof. Unschuldige Menschen sterben, Angst und Schrecken in Tüten. Ich erspare mir jetzt das obligatorische Ablehnen von international organisierter Gewalt gegen Unschuldige. Wir wissen alle, dass man das nicht gutheißen darf. Doch es gibt etwas, was sich genau auf die gleiche Stufe gesellt: das entzückte Klatschen zum Klang der Lynchjustiz.

Allen voran die Kanzlerin, die es ja voll fett findet, dass Osama bin Laden endlich getötet wurde. Kein Hinterfragen, kaum entsetzte Blicke. Stattdessen jubelt die Welt, dass ein Weltmeister des Versteckspielens endlich mit 3 Kopfschüssen hingerichtet wurde. Kein Verfahren, keine Bewaffnung, nur ein paar Headshots und eine Bestattung im Meer. Dass es dazu genug Futter für Verschwörungstheorien gibt, ist klar.

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Wie in Deutschland Bürokratie geht

Mein Gründungszuschuss läuft demnächst aus, also brauche ich den Antrag, um diesen zu verlängern (also, die 300 Euro für die Krankenversichung). Dieser Antrag besteht aus zwei A4-Zetteln, die ich zu Hause ganz in Ruhe ausfüllen kann. Also bin ich dahin, zum Arbeitsamt zur Agentur für Arbeit, um mir dieses Formular geben zu lassen. Am Schalter fragte ich nach diesen, aber die freundliche (wirklich freundliche) Mitarbeiterin fragte nach meinem Personalausweis oder meiner Kundenkarte. Karte hatte ich nicht, also gab es den Ausweis. Sie bat mich anschließend, im Wartebereich Platz zu nehmen, wo ich dann auch saß und meinen restlichen Akku mit Pacific Wings leer zu daddeln. Nach fünfzehn Minuten wurde ich dann aufgerufen, so wie mich Arzthelferinnen aufrufen, wenn sie sich nicht trauen, meinen Nachnamen so auszusprechen, wie Götz George jahrelang genannt wurde. Man führte mich quer durchs Gebäude in einen Raum, bat mich, Platz zu nehmen. Als ich gerade meinen Arsch auf den Stuhl gesetzt habe, gab sie mir das Formular mit dem Kommentar “Bitte schön, schönen Tag noch”, sodass ich meinen gerade eben abgelegten Rucksack wieder um und meine gerade abgesetzte Mütze wieder aufsetzen durfte. Natürlich hätte die Dame am Empfang mir gleich dieses Formular geben können, ohne vorher meinen Ausweis sehen zu wollen und ohne mich fünfzehn Minuten warten lassen zu müssen. Natürlich hätte mir die andere Kollegin auch das Formular einfach in die Hand drücken können, ohne dass ich mich hinsetzen muss, weil ich dachte, dass jetzt noch andere Formalitäten auf mich zukommen. Statt dessen weiß ich nun, dass Pia Marie endlich zahnt und Herr Behrens ja Fortschritte bei der Arbeitsuche gemacht hat. Dennoch ohne jeden Erfolg. Denn der Wartebereich grenzt an die Beratungstische um Großraumbüro.

Nur eine Frage, die ich in den Raum werfe: Merkt dieses Land eigentlich noch was?

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