Stammtisch Internet
Soziale Netzwerke haben nicht nur den Vorteil, dass man jeden Scheiß von sich geben kann, mit der Hoffnung, dass es irgend jemanden interessiert? Nein, man kann auch jeden Scheiß, der von anderen rausposaunt wurde, mit einem Klick nachäffen und in sekundenschnelle seine Meinung generieren und auch ändern lassen. Am besten eignet sich dafür Twitter, da man dort am schnellsten erfährt, wer gerade frisch gestuhlt hat oder sich über ein Thema aufregt, welches die Aufregung auch verdient.
Während man selber eine Stange Lehm aus seinem Rücken presst, liest man auf seinem iPhone die neuesten Tweets und beschränkt seine eigene Recherche auf die 140 Zeichen seines Alpha-Tiers. “Was? Jack Wolfskin mahnt jemanden ab, der Katzenpfoten verwendet? Wasn Fail, sofort RT!”, denkt und handelt da der Darmsportler. Seine Follower und sowieso alle anderen schreien Minuten später auch irgendwas mit “Jack Wolfskin ist voll doof!”, also wird man in seiner Meinung bestätigt.
Dumm nur, wenn man dadurch seine Objektivität verliert und sich nicht ansatzweise mit dem Markenrecht beschäftigt, welches die Firma quasi dazu zwingt, ihr Recht zu verteidigen. Da es halt um eine Tatze geht, also einem im Alltag häufiger anzufindenen Objekt, drehen alle durch und wollen sofort ihren Katzen die Pfoten abschneiden und wasweißichwortspielen. Voll witzig.