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Tag: Berlin

Faster Than The World


Hier Dings, ‘n Kollege vom Kollegen hat ein Video gemacht. Alles schön in Zeitraffer, auch Timelapse in Neudeutsch genannt. Das Schöne daran ist, dass man denkt, dass es irgendwo voll weit weg ist, weil es voll schön ist und so. Dabei entstanden die Aufnahmen im Ruhrpott, Münsterland, Berlin und Hamburg. Letzteres erkennt man am Hafen, DOM und dem Volksparkstadion.

Ich steh’ ja voll auf Zeitraffer, aber dieses Video ist irgendwie noch besser als die anderen. Weiß nicht, warum. Vielleicht weil es so schön auf die Musik geschnitten ist, was auch wieder etwas ist, was ich gerne mag. Es sind aber auch einige Aaaahs und Ooohs dabei, meine Herren. Und wer noch nicht genug hat, kann sich noch ein paar nordamerikanische Städte anschauen.

FASTER THAN THE WORLD bei Vimeo

Musikfreunde gegen den Einsatz von Bewegungsmeldern bei Konzerten

Samstag, 9. Januar, o2 World in Berlin. DEPECHE FUCKIN’ MODE spielen eines ihrer letzten Deutschlandkonzerte dieser Tour und ich habe nochmal eben 80 Euro locker gemacht, um mir noch einmal die volle Packung zu geben. Wer schon einmal auf einem Konzert von denen war, weiß, dass die Interaktion mit dem Publikum legendär ist. Alle tanzen, alle singen, Rituale hier und Gänsehautentzündungen da. Doch die Zeiten ändern sich schnell in der heutigen Welt. Ein verstärktes Auftreten plötzlicher Konzerterstarrungen macht sich breit.

Seit dem jedes Kackmobiltelefon hochauflösende Videos in HD aufnehmen kann und jede Hausfrau über einen dieser verrückten Youtube-Accounts verfügt, sieht sich jeder zweite Konzertbesucher in der bürgerlichen Pflicht, ein verwackeltes Video von jedem Lied mit einem ausgezeichnet beschissenen Sound aufzunehmen. Ein Tag später sind diese Schnipsel dann auch dort zu finden. Es dauert nicht lange, da kommen auch die ersten Kommentare von Usern, die nur auf diese Mitschnitte gewartet haben: “Bremen war aber besser.” oder “Ich war auch dabei!” sind so sicher, wie das Ende von AOL.

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Hamburg Rock City

Mein guter Freund Chris hat schlechte Erfahrungen mit dem Berliner Nachtleben gemacht und ist der Meinung, dass Hamburg mehr rockt. Nun, das stimmt vielleicht, wenn man auf Indiepopelektro oder anderen Mainstreamsound steht. Die Entwicklung in der angeblich so pulsierenden Stadt Hamburg ist nämlich eine andere. Hier meine Erfahrung mit dem ach so rockenden Nachtleben:

Ich höre Metal. Nicht nur, aber nach jahrelangen Abfeiern total fetter Elektroraves, zieht es mich nur noch auf die Tanzfläche, wenn die Stimme sich anhört wie ein geschlachtetes Schwein und der Bass doppelt und 32-fach ist. Da jedes Jahr hunderttausende in Deutschland auf Metal-Festivals abgehen, sollte es in der zweitgrößten Stadt Deutschlands ja wohl kein Problem sein. Aber von reinen Metalclubs, und dazu zähle ich nicht Bars mit angeblicher Tanzfläche zwischen Kicker und Scheißhaus, gibt es, aufgepasst, nur noch einen.

Moment, neben dem Ballroom Hamburg gibt es doch noch das Headcrash und das Grünspan. Das Headcrash hat sich aber, da es keinen Eintritt verlangt, mittlerweile zu einem Bumsklo besoffener Touristen-Kinder gemausert. Harte Musik habe ich da auch in der Anfangsphase gehört. Seitdem gab es nur noch Placebo und Emo-Schrott mit mitkreischenden Szene-Mösen. Es hätte der beste Club der Stadt werden können, aber stattdessen ist es nur noch eine weitere Tankstelle auf dem Hamburger Berg, wo man leicht was zu Ficken finden könnte, wenn man unter 18 wäre.

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