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Tag: Datenschutz

0,000162% Terror

Pünktlich zur Innenministerkonferenz gibt es eine konkrete Terrorwarnung von Thomas de Maizière, der aber nur zur Sorge, aber nicht zur Panik aufruft. Es gibt einen konkreten Zeitraum (24.-28. November), aber keinen konkreten Ort. Irgendwie alles halb konkret. Es ist aber von einer Handvoll Islamisten die Rede, die Schengener Visa besitzen und bald vom Sommercamp aus Afghanistan, Pakistan oder einem anderen Schurkenstaat zurück kommen. Dabei wird erwähnt, dass in Deutschland etwa 130 zum harten Kern zählende Bösewichte residieren, von 400 gewaltbereiten Islamisten ist auch die Rede.

Dann rechne ich mal.

Auf die 82 Millionen Menschen gerechnet, stellen ganze 0,000162% der Bevölkerung eine konkrete (bis dieses Wort uns aus den Ohren wieder raus kommt) Terrorgefahr dar. Das ist eine Menge Holz. Da ist es nur berechtigt, dass die Parteien jetzt wieder die Vorratsdatenspeicherung fordern, da man ja die Bevölkerung schützen muss, so die Polizei. Übrigens jene Polizei, die auch Demonstranten immer vor dem Terror der Poli… äh. Nun gut.

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Wir datenschützen uns kaputt

Oh ja, ich, der bei jedem kleinsten Pups sofort den Finger hebt und in Sorge bin über meine kostbaren Daten. Ja, ich sage, dass wir den Überblick verloren haben, nicht mehr wissen, was böse und was noch böser ist. Wir warten nur auf die Überschrift in den Nachrichten, die uns entweder sagt, dass alles gut oder alles noch viel schlimmer ist. Ich glaube, wir wissen gar nicht mehr so richtig, was wir eigentlich genau schützen wollen.

Google Streetview ist das prominenteste Beispiel und zeigt, wie wir gar nicht mehr selbst nachdenken wollen und können. Die Politiker fordern eigene Gesetze für Google und Facebook, die Menschen lassen ihre Häuser verpixeln und finden es gleichzeitig total aufregend, mit Streetview in New York durch die Straßen zu fahren und all die bunten Menschen anzugucken. Wir beschweren uns über Facebook, posten dennoch jeden privaten Schiss dort und benutzen die iPhone-App, die, und das ist nicht neu, das komplette Telefonbuch des Mobiltelefons Facebook schenkt. Heute hü, morgen hott.

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Das Ende der Welt, wie wir es kennen

Haben wir wirklich jemals geglaubt, dass alles gut wird? Waren wir immer davon überzeugt, dass die Mächtigen zum Wohle aller Menschen handeln? Wird jemals alles wieder gut? Der Sinn des Lebens scheint der zu sein, auf dieses “ja” zu warten. Ob nun gefangen im Glauben oder befreiend auf der Straße – wer nicht kämpft, hat schon verloren.

So ein Scheiß.

Es lag noch nie im Sinne der ausführenden Kräfte, für das Gemeinwohl des Volkes zu arbeiten. Weder im Alten Rom, noch im Mittelalter. Wer oben war, hat immer auf die da unten herab gesehen, gelacht und gespuckt. Wir halten das nur aus, weil wir mit uns im Reinen sind, Bio kaufen und bei Flutkatastrophen 10 Euro spenden. Wir sind quasi die Romantiker unter den Arschlöchern, weil wir immer auf ein schönes Ende hoffen, einen Climax, der dem Zuschauer Freudentränen bereitet. Doch der kommt nicht und wird auch nie kommen.

Ja, das ist ist purer Pessimismus. Manche nennen das vielleicht auch Zynismus. Ich nenne es Realtität. Je mehr wir im Informationszeitalter die Möglichkeiten haben, jede noch so kleinste Ungerechtigkeit der dort oben bis ins kleinste Detail zu beobachten, so hart ist auch die Tatsache, dass es nie wirkliche Konsequenzen hat. Außer für uns.

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Bis es knallt

Heute morgen war ich beim Bäcker und habe mir zwei Brötchen gekauft. Im Laden hingen vier Kameras und eine Person notierte, was für Klamotten (Marken, Farbe, Größe) ich trug. Eine andere Person mit Klemmbrett fragte mich schon beim Eintreten, woher ich kam und wohin ich denn noch gehen werde. Meinen Arbeitgeber und meine Wohnadresse musste ich noch angeben. Alles nur zu reinen Marketingzwecken, total anonym natürlich.

Natürlich ist das nicht passiert. Niemand würde einen Bäcker betreten, wenn er so viele Informationen von sich preisgeben müsste. Was ist aber, wenn man eine Website besucht und im Hintergrund Daten gesammelt werden, die mehr über uns verraten, als uns lieb ist? Warum empfinden wir es als normal, Daten über einen Besucher zu sammeln und empfinden auch nichts schlimmes daran, diese auch selbst abzuliefern? Zudem das alles auch noch versteckt abläuft. Das wäre so, als würde beim Bäcker hinter einem Spiegel diverse Kameras laufen und versteckte Mikrofone die Konversationen aufzeichnen.

Damit man sich einmal bewusst wird, was man bei einem stinknormalen Analyse-Tool wie Google Analytics bei einem Seitenaufruf alles für Informationen hinterlässt:

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