Musikfreunde gegen den Einsatz von Bewegungsmeldern bei Konzerten
Samstag, 9. Januar, o2 World in Berlin. DEPECHE FUCKIN’ MODE spielen eines ihrer letzten Deutschlandkonzerte dieser Tour und ich habe nochmal eben 80 Euro locker gemacht, um mir noch einmal die volle Packung zu geben. Wer schon einmal auf einem Konzert von denen war, weiß, dass die Interaktion mit dem Publikum legendär ist. Alle tanzen, alle singen, Rituale hier und Gänsehautentzündungen da. Doch die Zeiten ändern sich schnell in der heutigen Welt. Ein verstärktes Auftreten plötzlicher Konzerterstarrungen macht sich breit.
Seit dem jedes Kackmobiltelefon hochauflösende Videos in HD aufnehmen kann und jede Hausfrau über einen dieser verrückten Youtube-Accounts verfügt, sieht sich jeder zweite Konzertbesucher in der bürgerlichen Pflicht, ein verwackeltes Video von jedem Lied mit einem ausgezeichnet beschissenen Sound aufzunehmen. Ein Tag später sind diese Schnipsel dann auch dort zu finden. Es dauert nicht lange, da kommen auch die ersten Kommentare von Usern, die nur auf diese Mitschnitte gewartet haben: “Bremen war aber besser.” oder “Ich war auch dabei!” sind so sicher, wie das Ende von AOL.