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Tag: Derby

Der König ist tot

Oder: Wir haben uns irgendwie auseinandergelebt, liebster Fußball.

Fußball ist die schönste Sportart der Welt. Nein, es ist die einzige. Über Fußball kann man tagelang diskutieren, philosophieren, schwärmen und trauern. Bier, Wurst und Stadion – der wahre “flotte Dreier“. Das Universum dieses Sports ist unendlich und wer mit Leidenschaft da ran geht, der weiß, wieviel Blut und Schweiß es kostet, eine Saison zu verfolgen: Transfers, Trainerfrage, Punkte rechnen, Verletzungen, Traumtore, Fehlentscheidungen, Skandale, Auswärtsfahrten und Derbys sind nur die wichtigsten Dinge im Leben eines Fans. Fußball ist Freundin, Affäre, bester Freund, Mutter und Vater in einem. Fußball fickt dich, wie es ihm gefällt und nicht dir.

Die Emotionen und das Unerwartete sind das, was mich an diesen Sport bindet. Du gehst ins Stadion und weißt nicht, was passiert. In der letzten Saison hatte der HSV vier Nord-Derbys gegen Werder Bremen in nur 19 Tagen und die Hoffnungen und Erwartungen waren enorm, denn wir konnten in jedem dieser Derbys von einem Titel träumen. Dass am Ende jedes dieser Spiele fürn Arsch waren, gehört zu diesem Sport wie Kaiser Franz und Schiedsrichterfehlentscheidungen. Man altert schneller, obwohl man länger jung bleibt. Ein Paradoxon auf Champions League-Niveau.

Nun ist Sommerpause. Kein internationales Turnier, bis auf den Confed-Cup, der mich bis heute nicht interessiert. Einzig die U21-EM hat etwas Aufmerksamkeit abbekommen, weil die Mannschaft zum größten Teil aus Bundesliga-Spielern und Spielern des HSV bestand. Aber auch hier reichte es bei mir bis zum Finale. Irgendwas ist anders. Keine Vorfreude auf den August, wenn die Liga wieder um meinen Geburtstag herum beginnt. Eher das Gegenteil ist der Fall: Frust auf den eigenen Verein, die Liga, den ganzen Sport. Und es hat nichts mit dem Abschneiden der eigenen Mannschaft in der letzten Saison zu tun. Das Finale war eines der besten, das ich je miterleben durfte.

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