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Tag: Deutschland

Systemfehler Mensch: Endgegner Verstand

Jaja, Terror ist doof. Unschuldige Menschen sterben, Angst und Schrecken in Tüten. Ich erspare mir jetzt das obligatorische Ablehnen von international organisierter Gewalt gegen Unschuldige. Wir wissen alle, dass man das nicht gutheißen darf. Doch es gibt etwas, was sich genau auf die gleiche Stufe gesellt: das entzückte Klatschen zum Klang der Lynchjustiz.

Allen voran die Kanzlerin, die es ja voll fett findet, dass Osama bin Laden endlich getötet wurde. Kein Hinterfragen, kaum entsetzte Blicke. Stattdessen jubelt die Welt, dass ein Weltmeister des Versteckspielens endlich mit 3 Kopfschüssen hingerichtet wurde. Kein Verfahren, keine Bewaffnung, nur ein paar Headshots und eine Bestattung im Meer. Dass es dazu genug Futter für Verschwörungstheorien gibt, ist klar.

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Wie in Deutschland Bürokratie geht

Mein Gründungszuschuss läuft demnächst aus, also brauche ich den Antrag, um diesen zu verlängern (also, die 300 Euro für die Krankenversichung). Dieser Antrag besteht aus zwei A4-Zetteln, die ich zu Hause ganz in Ruhe ausfüllen kann. Also bin ich dahin, zum Arbeitsamt zur Agentur für Arbeit, um mir dieses Formular geben zu lassen. Am Schalter fragte ich nach diesen, aber die freundliche (wirklich freundliche) Mitarbeiterin fragte nach meinem Personalausweis oder meiner Kundenkarte. Karte hatte ich nicht, also gab es den Ausweis. Sie bat mich anschließend, im Wartebereich Platz zu nehmen, wo ich dann auch saß und meinen restlichen Akku mit Pacific Wings leer zu daddeln. Nach fünfzehn Minuten wurde ich dann aufgerufen, so wie mich Arzthelferinnen aufrufen, wenn sie sich nicht trauen, meinen Nachnamen so auszusprechen, wie Götz George jahrelang genannt wurde. Man führte mich quer durchs Gebäude in einen Raum, bat mich, Platz zu nehmen. Als ich gerade meinen Arsch auf den Stuhl gesetzt habe, gab sie mir das Formular mit dem Kommentar “Bitte schön, schönen Tag noch”, sodass ich meinen gerade eben abgelegten Rucksack wieder um und meine gerade abgesetzte Mütze wieder aufsetzen durfte. Natürlich hätte die Dame am Empfang mir gleich dieses Formular geben können, ohne vorher meinen Ausweis sehen zu wollen und ohne mich fünfzehn Minuten warten lassen zu müssen. Natürlich hätte mir die andere Kollegin auch das Formular einfach in die Hand drücken können, ohne dass ich mich hinsetzen muss, weil ich dachte, dass jetzt noch andere Formalitäten auf mich zukommen. Statt dessen weiß ich nun, dass Pia Marie endlich zahnt und Herr Behrens ja Fortschritte bei der Arbeitsuche gemacht hat. Dennoch ohne jeden Erfolg. Denn der Wartebereich grenzt an die Beratungstische um Großraumbüro.

Nur eine Frage, die ich in den Raum werfe: Merkt dieses Land eigentlich noch was?

Wie in Deutschland Wirtschaft geht

Es werden Rauchmelder installiert, die in jeder Wohnung zur Pflicht wurden. Die Batterien halten 10 Jahre und einmal im Jahr kommt ein Techniker vorbei und prüft, ob die noch funktionieren. Das funktioniert dann so: Es wird ein Termin gemacht, mitten am Tag, in einem Zeitraum von, sagen wir mal 15.30-17.30 Uhr. Zu dieser Zeit muss jemand in der Wohnung sein, um den Techniker reinzulassen. Während dieser Zeit müsste diese Person auch von seinem Arbeitsplatz weg. Der Techniker ist dann zwei Minuten da, um einmal auf den Rauchmelder zu drücken. Das habe ich aber selbst erledigt, weil in einem Zimmer die Decke zu hoch war für seinen mitgebrachten Tritt. Also nahm ich einen Besenstiel und drückte gegen den Knopf. Anschließend unterschrieb ich einen Wisch, dass alles funktionierte. Der Techniker muss dann eilig weiter zum nächsten Kunden. Die Person im Haushalt muss zurück zum Arbeitsplatz, den er wahrscheinlich für zwei Stunden verlassen musste, anstatt den Knopf an einem passenden Zeitpunkt selbst zu drücken und im Falle eines Fehlers den Techniker verständigen. Ähnliches kennt man vom Stromablesen. Stattdessen entstehen Kosten für Arbeitgeber der wartenden Person und die Rauchmelderfirma. Von den Emissionen ganz zu schweigen.

Nur eine Frage, die ich in den Raum werfe: Ist dieses Land noch ganz frisch?

Der ewige Hitler-Vergleich

Zeitungen, denen nichts mehr einfällt, erzählen irgend etwas über Hitler. Menschen, die skeptisch sind, vergleichen andere mit Hitler. Da ich keine Zeitung, aber dafür skeptisch bin, ertappe ich mich gerne bei Letzterem. Dann brüllen die einen, dass das Thema ja ausgelutscht sei und man sich etwas Neues einfallen lassen sollte. Sollte man wirklich?

Für alle, die ihn nicht kennen: Adolf Hitler hat nicht nur den bisher schlimmsten Weltkrieg angezettelt und noch den größten Völkermord oben drauf gepackt. Er bewegte auch die Massen, vor allem die eigenen. Er galt als charismatisch und traf in einer Zeit, wo die Menschen verunsichert waren, den Nerv eines ganzen Volkes. Dass er ein Nazi war, verzieh man ihm, schließlich schuf er selbst die Vorgeschichte, die heute als der Präzedenzfall des Personenkults gilt.

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