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Tag: Egoismus

Verbrauchsmenschen

Mir war dieser Begriff vorher nicht bekannt, oder ich habe diesen nicht wahrgenommen. Erst als ich mich mit einem Freund über Menschen unterhielt, die mit einer Selbstverständlichkeit den Alltag aussaugen, fiel dieser Terminus. Menschen, die sich darauf konzentrieren, zu funktionieren und ihre Verantwortung bei Schichtbeginn ablegen und zum Feierabend gerne mal beim Pförtner vergessen. Dreiste Menschen, tote Menschen, Menschen ohne Willen.

Was ist passiert? Nichts Neues eigentlich. Die profane Feststellung, dass, je größer eine Firma ist, desto beschissener die Toiletten sind. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Besuch in einer dieser großen Firmen vor einiger Zeit hat dies auch wieder bestätigt. Scheiße auf der Klobrille, Scheiße im Klo, Klopapier überall, nur nicht auf der Rolle. Normale Härte, sagen die einen. Harte Normalität, sage ich.

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Systemfehler Mensch: Ich und ich und Du mal nicht

Ich bin gerade bei IKEA und später fahre ich mit der U-Bahn an die Alster, wo ich dann mit Freunden Kaffee trinken werde. Ich finde, dass Germany’s Next Topmodel voll scheiße geworden ist, aber ich gucke es trotzdem donnerstagabends. Erstmal koche ich mir etwas, vielleicht was ich schon lange nicht mehr gegessen habe. Danach lege ich mich vielleicht nochmal hin oder höre Musik, die keiner kennt und wenn doch, dann höre ich sie eben nicht mehr. Ich bin am Wochenende beim Fußball und ich finde, dass Selbstmörder voll die Egoisten sind, weil sie andere mit ihrem Freitod belasten. Der Himmel ist so schön blau und der Frühling ist wohl endgültig da. Denn der Schnee ging mir schon lange aufn Sack. Polaroid finde ich besser und alles was Du hattest, hatte ich auch schonmal. Nur viel schlimmer. Weiterlesen »

Systemfehler Mensch: Das Große Gegeneinander

Weltverbesserer

“Darf ich mal?” – Es ist montagmorgen, ich bin früher in der Bahn als sonst und habe mit fremden Menschen ungeschützten Berufsverkehr. Viele sind ordentlich angezogen, die Herren tragen Anzüge und Mäntel, die Frauen irgendwie das gleiche. Doch fehlt neben dem großen Auftragen das große Betragen. Sobald die Tür aufgeht, wird geschubst, gedrängelt und gefordert.

“Darf ich mal?”, sagte ein mit Sicherheit im Finanzwesen arbeitender Endvierziger zu mir. Sagen, weil es keine Frage war, sondern ein Befehl. Mein “Bitte!” war daher auch nicht meine Antwort, sondern das fehlende Anhängsel seiner fehlenden Fragestellung. “Darf ich mal, bitte?”, und es wäre kein Problem gewesen. So aber schnitt ich ihm in Gedanken die Krawatte ab und habe dabei leider zu hoch angesetzt.

Doch das ist nur die Spitze der Spitze des Eisbergs, der im tiefsten Meer der welt umher schwimmt und auf Grund gelaufen ist. Höflichkeit und Benehmen ist nichts, was in uns steckt. Wir müssen es lernen. Wir bekommen es von unseren Eltern vorgelebt oder auch nicht. Wir schauen von unseren Vorbildern ab und wir halten uns schon für gute Menschen, wenn wir einem Bettler 20 Cent geben und es danach unseren Freunden erzählen. Wir sind von Grund auf schlechte Menschen, und wir müssen lernen, es besser zu verstecken.

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