PreCrime ist Humbug, dachten wir. Minority Report ein schlechter Film mit Tom Cruise, dachten wir. Dabei wird schon seit langer Zeit genau daran geforscht: das von der EU geförderte Indect-Projekt soll nämlich genau das machen, wovon die neodiktatorischen Regierungen dieser Welt nur von träumen. Mit Überwachungskameras ausgestattete Drohnen erkennen am Gesichts- und Verhaltensmuster mögliche Straftaten. Dass es dabei nicht nur um geplante Terroranschläge gehen wird, sondern um ganz banale Alltagssituationen, beschreibt der Golem ganz gut:
Als Beispiel zeigt das Projekt einen Mann, der vor einem Auto nach seinem Schlüssel sucht. Dieses ungewöhnliche Verhalten – von einer Drohne oder einer Überwachungskamera aufgenommen – soll von einer Software ausgewertet werden. Passt das Verhalten der Zielperson in ein Muster, beginnt die Software mit einer Gesichtserkennung und gleicht das Bild nicht nur mit polizeilichen Datenbanken sondern auch im Internet mit sozialen Netzwerken und Suchmaschinen ab, um das Gesicht zu identifizieren.
Eine Bemerkung vorweg: Alle, die London als geilste Stadt ever abfeiern, sollten diesen Text jetzt besser nicht lesen. Denn das Einzige, was es hier zu feiern gab, war der Rückflug nach Hamburg. Die Vorfreude, die ich am Mittwoch noch empfand, wurde schon während des Fluges gedämpft, um auf dem Weg ins Hotel nahezu zu verdunsten. London ist eine Scheißstadt und ich sag euch auch warum.
Man darf mich nicht falsch verstehen. Ich meckere zwar viel, suche aber nicht nach Gründen. Mein latenter Pessimismus ist unglaublich lernfähig und freut sich, wenn er hier und da zum Umdenken animiert wird. Von daher bin ich recht offen nach London geflogen, zudem es ja auch ein Konzert zum Anlass gab, welches ich hier später noch zerreißen werde. Mein letzter und bis dato einziger Besuch (Klassenreise 1996) sollte also getoppt werden.
Voll cheezy die Überschrift, ich weiß. Aber man schreit bei einem guten Konzert ja auch, wenn die Band fragt, ob man gut druff ist, weil Klischees eben erwartet und gerne erfüllt werden. Von daher: ja, bin ich! Es geht nach London zum Konzert von Unkle und ja, ich weiß, nicht so tun, als stütze man den Turm, damit er nicht umkippt. Das ist voll 90er. Vom Eiffelturm mach ich trotzdem ein Foto.
Natürlich, The Football Factory ist immer noch der Hooligan-Film mit dem höchsten Unterhaltungswert, keine Frage. Da dieses Genre in den letzten Jahren enorm an Popularität zugenommen hat, wurden auch jede Menge Scheißfilme auf den Markt geworfen, wie z.B. Green Street Hooligans mit Frodo Beutlin als Möchtegernschläger.
Awaydays ist das Weihnachtsgeschenk eines guten Freundes aus Manchester, was die ganze Sache schon ironisch erscheinen lässt. Denn die Firm, um die es geht, kommt aus The Wirral, was ziemlich nah an Liverpool liegt. Für Mancunians so schön, wie Bremen für Hamburger, obwohl der Tranmore Rovers F.C. eine starke Rivalität zu Everton und Liverpool pflegt. Als LFC-Sympathisant freue ich mich natürlich über so einen Film.