Da heißt es immer, dass Blogs den Journalismus verwässern und den Redaktionen das Geld wegnehmen für gute redaktionelle Arbeit. Bei der FAZ haben sie sich daher wohl gedacht, dass es besser ist, Blogger einzustellen und sie dann Redakteure zu nennen. Anders kann ich mir diesen kreativen Auswurf nicht erklären.
Hier sehen wir die Headline von SZ:

Chefdings von FAZ: “Hier, Du, Blogger, ändere den Beitrag mal so, dass es nicht auffällt, dass wir den abgeschrieben haben!”
Redaktionsdings: “Asskla!”

Alles richtig gemacht.

“Darf ich mal?” – Es ist montagmorgen, ich bin früher in der Bahn als sonst und habe mit fremden Menschen ungeschützten Berufsverkehr. Viele sind ordentlich angezogen, die Herren tragen Anzüge und Mäntel, die Frauen irgendwie das gleiche. Doch fehlt neben dem großen Auftragen das große Betragen. Sobald die Tür aufgeht, wird geschubst, gedrängelt und gefordert.
“Darf ich mal?”, sagte ein mit Sicherheit im Finanzwesen arbeitender Endvierziger zu mir. Sagen, weil es keine Frage war, sondern ein Befehl. Mein “Bitte!” war daher auch nicht meine Antwort, sondern das fehlende Anhängsel seiner fehlenden Fragestellung. “Darf ich mal, bitte?”, und es wäre kein Problem gewesen. So aber schnitt ich ihm in Gedanken die Krawatte ab und habe dabei leider zu hoch angesetzt.
Doch das ist nur die Spitze der Spitze des Eisbergs, der im tiefsten Meer der welt umher schwimmt und auf Grund gelaufen ist. Höflichkeit und Benehmen ist nichts, was in uns steckt. Wir müssen es lernen. Wir bekommen es von unseren Eltern vorgelebt oder auch nicht. Wir schauen von unseren Vorbildern ab und wir halten uns schon für gute Menschen, wenn wir einem Bettler 20 Cent geben und es danach unseren Freunden erzählen. Wir sind von Grund auf schlechte Menschen, und wir müssen lernen, es besser zu verstecken.
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