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Tag: Internet

Netter Versuch, Herr Friedrich

Cyber-Abwehrzentrum

Obacht, Leute. Böse Menschen in Kellern und mit Scannern bewaffnet wollen die Trinkwasserversorgung lahmlegen und die Sonne verdunkeln. Kriminelle im Cyberspace greifen an, wenn man es nicht merkt, geschützt durch ihre Alufolienhelme, damit ihre Gedanken geschützt bleiben. Sie überholen dich rechts auf der Datenautobahn, besaufen sich auf der Baudstelle. Doch alles wird gut, denn Innenminister Friedrich hat sein Cyber-Abwehrzentrum eröffnet.

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Fahrenheit 251

In Ägypten sterben Menschen, weil sie für ihre Freiheit kämpfen. Dabei wird ihnen jedes Mittel genommen, um sich zu organisieren. Internet, SMS und womöglich auch das Telefon wird denen, die 30 Jahre Soloalbum von Husni Mubarak überhört haben, einfach genommen. Dann tritt dieser vor die Kameras, in einer Bluebox mit fake Mikrofonen und fake Leselampe ausgestattet, und merkt nichts mehr. Er will bleiben, die People wollen ihn aber down sehen. Stattdessen kündigt er, der nicht nur aussieht wie Silvio Berlusconi, Bauernopfer für Sonntag an: Sein Kabinett soll erneuert werden. Doch welche Rolle spielt bei einem Diktator noch das Kabinett? Die des Bauernopfers eben.

Doch nicht nur die Realitätsferne Mubaraks ist Fremdscham erster Güte. Auch, dass Barack Obama erst nach Mubaraks Rede sich zur Lage äußert, ist ziemlich peinlich. Die Beziehungen Amerikas zu Ägypten gehen eben über die zu Menschenrechten hinaus. Hier geht es mal wieder um Waffen und Öl und um Israel. Irgendwas ist ja immer. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Joe Biden sich ziert, Mubarak einen Diktator zu nennen, Julian Assange aber als einen Terroristen einstuft. Man muss eben keine Menschen mehr töten, um Terrorist zu sein. Und man kann Menschen töten und ein Volk unterjochen, ohne ein Diktator zu sein. Verkehrte Welt, wie sie denen eben gefällt.

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Social Media – Gegen das Vergessen

Die Marke ist nur so stark, wie der Verbraucher sie macht und Qualität ist das, was der Verbraucher sagt. In Zeiten von Social Media wird kaum etwas so hochgelobt, wie der Konsument. Die Leute dort abholen, wo sie sind. B2C. Streisand-Effekt. Der Kunde ist wieder König und Terrorist zugleich. Denn wehe, dir passiert als Marke ein Fehler, dann kannst Du einpacken. Für immer. Denn das Internet vergisst nichts!

Es wäre schön, wenn es nur ansatzweise so wäre. Doch der Kunde ist weder stark, noch hat er immer recht. Ein König, das wäre er gerne, doch dafür müsste er beweisen, ob er mit dieser Macht überhaupt umgehen kann. Und vergessen, das macht der Kunde als erstes, sobald der nächste Skandal vor der Tür steht. Wir Verbraucher, wir Kunden sind nichts weiter als ein Haufen aufmerksamgeile Opportunisten.

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Dein Vadder 2.0

Das Thema “Web 2.0″ habe ich natürlich nicht mit einem Beitrag abgefrühstückt. Beim mentalen Scheißen (sitzen, aber es nur denken) kam mir die tolle Idee, einen kleinen Ratgeber zusammen zu stellen: 6 Argumente, um ein Afterwork-Lounging-Get-together zum Thema “Web 2.0″ in der Schänz aufzuwerten.

  1. Wie können Firmen Web 2.0 verlangen, wenn sie noch mit Browsern anno 2001 rumsurfen, wo Web 2.0 doch 2006 erfunden wurde? Ist es nicht die Aufgabe eines Dienstleisters, den Kunden diesbezüglich (hierbei den Zeigefinger leicht aggressiv in die Handfläche der anderen stoßen) zu beraten?
  2. Was kommt nach Web 2.0? Web 3.0 ist doch viel zu unkreativ. Ich wäre für Alpha Web. Allerdings ist die Idee noch voll beta.
  3. Wenn Facebook und Twitter Web 2.0 sind, was sind dann die Newsgroups und Mailboxes aus dem letzten Jahrtausend? (Wichtig: Kunstpause am Ende des Satzes und anschließend verwegen am Beck’s Lemon sippen)
  4. Was hast Du eigentlich vor 2006 so internetmäßig gemacht? (Denkphase des Gegenübers nutzen, um neues Bier zu holen)
  5. Wenn ich jetzt dein Kunde wäre, was würdest Du mir zweinulliges empfehlen, ohne Twitter oder Facebook zu erwähnen? (Bier schon wieder alle?)
  6. Web 2.0 bedeutet doch nur, dass es ein weiteres Formular gibt, wo man eine unnötige Statusmeldung an sich selbst schicken kann. (Diesen Satz unbedingt sofort twittern!)

Wichtig ist auch, in regelmäßigen Abständen Wörter wie Mashup, API und Microformats rauszuhauen. Hier hilft eine kleine Wichsvorlage.

Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen: Toy, toy, toy!

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