Alles

Tag: Medien

Fremdenhass in Tüten

Wer ein aktuelles Beispiel für Propaganda sehen will, sollte sich diesen Artikel auf SPIEGEL ONLINE durchlesen. Selten sieht man eine verlogenere Selbstdarstellung und Hetze in einem. Man besinnt sich auf das »Wir sind die Guten«-Verhalten des größten Hetzblattes Deutschlands. Denn islamfeindliche Gedanken, liebe Leserinnen und Leser, sind völlig normal. Denn sie sind selbst dran schuld.

Schon der erste Absatz ist eine Unverfrorenheit, wie sie im Buche steht:

Wer dachte im ersten Moment nicht sofort an islamische Extremisten, als er von den Ereignissen in Norwegen hörte?

In erster Linie wart es IHR, die sofort eine Brücke zu den »Islamisten« geschlagen habt, bevor es erste Ermittlungen gab. Angeblich wurde die Tat in den »islamistischen« Foren, die ihr anscheinend stündlich besucht, gefeiert und bejubelt. Es gibt aber durchaus Menschen, die erst einmal geschockt sind von der Tat und nicht sofort an schreiende Moslems denkt.

Weiterlesen »

Kein Platz für Revolutionen

Die letzten Tage waren keine einfachen für die Medien. Das Sommerloch ist da und es gibt nicht viel, über das man berichten könnte. Der Fall Strauss-Kahn klebt in den Top-News, wie alter Honig auf dem Regal. Hier noch ein bisschen Kachelmann, dort etwas Queen – das muss reichen.

Aber ist wirklich so gar nichts los? Was ist denn mit den Massenprotesten in Spanien? Ja, genau. Nichts von mitbekommen? Macht nichts, nicht einmal die Spanier selbst sind richtig informiert und müssen sich über Facebook und Twitter organisieren. Denn Europa hat Angst. Seit dem 15. Mai gehen in den großen Städten Spaniens Hunderttausende Menschen auf die Straße, weil sie keine Perspektiven mehr sehen und eine echte Demokratie wollen. Doch davon soll niemand etwas erfahren.

Weiterlesen »

Die Welt erklärt sich selbst

Wenn ich mit einem Bild erklären müsste, wie die Welt und ihre Gesetze funktioniert, dann habe ich ab sofort eins. Widerlich, aber genau das ist es ja auch.

via I Love Charts

Fahrenheit 251

In Ägypten sterben Menschen, weil sie für ihre Freiheit kämpfen. Dabei wird ihnen jedes Mittel genommen, um sich zu organisieren. Internet, SMS und womöglich auch das Telefon wird denen, die 30 Jahre Soloalbum von Husni Mubarak überhört haben, einfach genommen. Dann tritt dieser vor die Kameras, in einer Bluebox mit fake Mikrofonen und fake Leselampe ausgestattet, und merkt nichts mehr. Er will bleiben, die People wollen ihn aber down sehen. Stattdessen kündigt er, der nicht nur aussieht wie Silvio Berlusconi, Bauernopfer für Sonntag an: Sein Kabinett soll erneuert werden. Doch welche Rolle spielt bei einem Diktator noch das Kabinett? Die des Bauernopfers eben.

Doch nicht nur die Realitätsferne Mubaraks ist Fremdscham erster Güte. Auch, dass Barack Obama erst nach Mubaraks Rede sich zur Lage äußert, ist ziemlich peinlich. Die Beziehungen Amerikas zu Ägypten gehen eben über die zu Menschenrechten hinaus. Hier geht es mal wieder um Waffen und Öl und um Israel. Irgendwas ist ja immer. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Joe Biden sich ziert, Mubarak einen Diktator zu nennen, Julian Assange aber als einen Terroristen einstuft. Man muss eben keine Menschen mehr töten, um Terrorist zu sein. Und man kann Menschen töten und ein Volk unterjochen, ohne ein Diktator zu sein. Verkehrte Welt, wie sie denen eben gefällt.

Weiterlesen »

Seite 1 von 3123