Wie viele andere war und bin ich großer RATM-Fan. Irgendwo habe ich auch noch die Mappe mit jedem gesammelten Zeitungsschnipsel, besitze Bootlegs aus Absurdistan, aufgenommen ausm Dixi-Klo. Zwei dieser Tapes kaufte ich auf Klassenreise in London von meinem letzten Taschengeld für umgerechnet 50 Mark. Dafür war der Text von ‘Killing In The Name’ abgedruckt. In Zeiten ohne richtiges Internet so wertvoll wie 12 Stoffies und 10 Leuchtis. Erwähnen kann man auch, dass ich Bass spielen gelernt habe, indem ich alle Songs vom Debüt rausgehört und nachgespielt habe. Der beste Bassunterricht, den ich je hatte.
Dieses Video zeigt den allerersten öffentlichen Auftritt von RATM und drückt mir das Pipi in die Augen. Nicht nur, weil sie die späteren B-Seiten wie ‘Clear The Lane’ und ‘Darkness of Greed’ zocken. Viel geiler ist, dass die Songs alle fast unverändert so auf deren Debüt kamen. Tom Morello gniedelt schon so dermaßen fett und perfekt, wie Timmy C und Brad Wilk zusammen den Rhythmuskuchen backen. Die Leute, die an der Bühne vorbeigehen, wie bei einer Schülerband, die nervt, wussten damals nicht, dass sie auf ewig unwürdig sein werden. Und der Typ, der bei Minute 37 die dümmste Frage der Welt stellt, hört heute wahrscheinlich Nickelback und gruschelt auf StudiVZ seine Schwester.
Boah, ey. Tyler, the Creator habe ich schon gehört, bevor Spiegel Online über ihn berichtet hat. Da war er noch Underground, jetzt ist er Sell-out, außerdem versteht ihr alle seine Texte nicht. Kickt eh nicht mehr so seine Mucke, nachdem die ganzen Kinder das hören. Jetzt höre ich eine Band, dessen Namen ich dir nicht verraten kann, die haben auch noch nicht so Erfolg, dafür ist die Musik viel intimer.
Wäre Musikgeschmack wie Bullshit-Bingo, wäre der Zettel 10 Seiten lang. Die größten Bands sind die mit dem kleinsten Publikum. Am besten wäre es, sie hätten gar kein Publikum, sondern nur mich. Alleine vor der Bühne tanzend, wie in Trance, wie eine Goa-Tante zu Menowin Fröhlich aufm Happy Family Fest.
Voll cheezy die Überschrift, ich weiß. Aber man schreit bei einem guten Konzert ja auch, wenn die Band fragt, ob man gut druff ist, weil Klischees eben erwartet und gerne erfüllt werden. Von daher: ja, bin ich! Es geht nach London zum Konzert von Unkle und ja, ich weiß, nicht so tun, als stütze man den Turm, damit er nicht umkippt. Das ist voll 90er. Vom Eiffelturm mach ich trotzdem ein Foto.
Der Andi und ich, wir machen zusammen Musik. In den letzten Wochen und Monaten sogar so viel, dass einige Kollaborationen entstanden sind und nun alle produziert werden. Bis aber alles eingetütet, dingfest und unter Sack und Pack ist, gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack:
Dieser Track darf runtergeladen und verbreitet, als Klingelton verwendet und betanzt werden. Und vielen Dank an Alexander Polzin für das geduldige Mastern.