Opium fürs Volk
Ein großes Thema ist bei mir zur Zeit die Personalisierung von Fußballtickets, die nicht nur bei Auswärtsspielen einschlägiger Mannschaften Einzug erhält, sondern auch bei Heimspielen des Hamburger SV und des VfL Wolfsburgs. eines meiner Gegenargumente war bisher immer, dass man bei Konzertkarten bisher noch keine Personalisierung “Genießen” durfte, was mit dem nicht vorhandenen Willen der Veranstalter zur Bekämpfung des Schwarzmarktes wiederlegt wurde. Das ändert sich nun, wenn man sich die Kartenpolitik der Toten Hosen anschaut. Für das Zusatzkonzert im Berliner SO36 haben sie sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen:
Um Schwarzhandel mit den Tickets auszuschließen muss bitte jeder Käufer einen Ausweis oder Führerschein dabei haben. Name und Ausweisnummer werden vor Ort auf dem Ticket eingetragen. Pro Person werden max. 2 Karten verkauft, allerdings muss der Käufer dann Ausweis oder Führerschein der zweiten Person dabei haben, damit auch das zweite Ticket personalisiert werden kann.
Natürlich handelt man damit nur zum Wohle aller, damit sie sich keine Karte zu überhöhten Preisen kaufen müssen. Man hat somit nämlich gar keine Chance mehr, sich eine Karte zu kaufen, sollte man in den für drei Stunden angesetzten Vorverkauf (20-23 Uhr) das Pech haben, keine Karte mehr abzubekommen. Dass man seine Personalausweisnummer auf die Karte schreiben muss, ist für mich nicht vertretbar. Für ein Clubkonzert sollte man nicht mit hochsensiblen Daten um sich schmeißen, was im Suff gerne mal mit einer Konzertkarte passieren kann. Auch nicht, wenn es für einen vermeintlich guten Zweck sein sollte.
Personalisierung von Konzerttickets ist nicht Punk Rock.