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Tag: Polizeigewalt

2030 – Zustand der Alten

Es ist schon irgendwie putzig, wenn das ZDF zeigt, wie ihre Vorstellungen der Zukunft aussehen. Das hier erinnert an Reportagen aus den 50er Jahren, die ein sehr futuristisches Bild der 2000er hatten. Silberanzüge, fliegende Autos, quasi die Real-Life-Jetsons. Dass die Realität nüchterner ausgefallen ist, ist schon fast so enttäuschend wie Frauenfußball.

Gestern hat das ZDF seine Fake-Doku 2030 – Aufstand der Jungen gezeigt (auch in der Mediathek erhältlich). Der Plot ist schnell erzählt: Ein Mann bricht auf dem Gendarmenmarkt in München zusammen und ist angeblich nicht der, wo alle dachten, dass er es ist. Eine plietsche Reporterin (warum Bettina Zimmermann?) macht sich auf die Suche nach dem Richtigen und zwischendurch bricht ein Aufstand der Generation No-Future aus, also der Millenium-Kinder, die 2030 dann auch schon 30 Jahre alt sind und ihre Rente wollen. Die bekommen sie aber nicht, weil diese abgeschafft wurde. Zumindest von staatlicher Seite.

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Jahresrückblick 2010, jetzt in echt

Nagut, dann halt doch.

Das Deutschland des Jahres

Mal wieder: die Bundesregierung. Ihr könnt nicht viel, das dafür aber richtig gut. Fast hätten wir sogar Angst bekommen vor diesen Terroristen, die irgendwann irgendwo irgendwie zuschlagen sollten. Woran erkennt man die noch gleich? Ach ja:


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Das bisschen Polizeigewalt

Nachdem in Stuttgart ein Polizist einer Frau ins Gesicht schlägt, weil sie ihn bat, den Motor abzustellen, habe ich mir gedacht, ein paar schöne Polizeigewaltvideos zusammenzustellen. Just for fun. Sie zu finden ist nicht schwer, da die Menschen nicht nur Partyvideos drehen, sondern auch den Gesetzeshütern (what?) bei ihrer Arbeit über die gepolsterte Schulter schauen. Wenn man alle Videos geschaut hat, bekommt man voll Lust auf zu Hause bleiben.

Aber keine Angst, das ist kein Trend. Da Polizeigewalt nicht verfolgt wird in Deutschland und anderen Ländern, können wir uns auf eine Menge neuer Videos in Kürze freuen. Die Kennzeichnungspflicht würde der ganzen Sache auch nur die Spannung nehmen. Die Bundesligasaison ist im vollen Gange, das Hamburger Derby steht bevor – da ist einiges drin! Aber nun viel Spaß.


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Wenn bei Karlsruhe der tote Fußball im Meer versinkt

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat heute entschieden, dass ein bloßer Verdacht auf Randale oder Gewalt ausreicht, um ein Stadionverbot auszusprechen. Dazu bedarf es nicht mal einen richterlichen Erlass, geschweige denn eine Untersuchung der Staatsanwaltschaft. Der Verein und die Polizei können ein bundesweites Stadionverbot, das auch gerne mal über mehrere Jahre gehen kann, aussprechen, obwohl man nicht mal an einer gewalttätigen Aktion beteiligt war:

Dem Urteil zufolge genügt es bereits, dass der Fan Teil einer durch Randale aufgefallenen Fangruppe war. “Auf den Nachweis, er habe sich an den aus der Gruppe begangenen Gewalttätigkeiten beteiligt, kommt es nicht an“, entschied der BGH.
Süddeutsche Zeitung

Das heißt soviel wie: Stehst Du vor dem Stadion mit einem Bier in der Hand und eine Gruppe Ultras zieht an dir vorbei und liefert sich ein Scharmützel mit der Rennleitung, kann ein schlecht gelaunter Cop dir ein bundesweites Stadionverbot erteilen, obwohl Du nur zur falschen Zeit am falschen Ort standst. Wer die Willkühr der Polizei bei Fußballspielen schonmal zu spüren bekommen hat, weiß, dass soetwas schneller geht, als neues Bier holen.

Dieses Urteil passt sehr gut in die Entwicklung in England, wo Teilnehmer von Demonstrationen mit häufigen Verkehrkontrollen rechnen müssen, weil ihre Kennzeichen auf eine Art Fahndungsliste kommen. Somit werden politisch aktive Bürger eingeschüchtert, bis am Ende keiner mehr gegen irgend etwas protestiert. Ähnliches haben die Vereine und Staatsdiener auch seit Jahren beim deutschen Fußball vor. Statt Stehplatzfans und Ultras, die im Stadion gerne mal eine Kerze anzünden, wollen sie zahlungskräftige Familien und Geschäftskunden, die im Stadion die Fresse halten und schön die Merchandise-Palette leerkaufen. Rosafarbene Schals inklusive.

Danke, Karlsruhe. Euer Urteil ist ein Urteil gegen den Fußball-Fan und eins für Werbekunden, Investoren und Polizeiwillkür. Nachdem hierzulande die Gummiknüppel gegen Metallknüppel getauscht wurden und mit Pfefferspray rumgesprüht wird wie bei Douglas mit Patschouli, da kann man sich nur noch eins fragen: Wann schießt ihr endlich?

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