Man muss es sich einmal vor Augen führen, wie einfach wir alle kontrollierbar sind, obwohl wir uns immer überlegen fühlen. Wir halten uns für die, die uns nichts sagen lassen und gerne mal die Stimme erheben, wenn uns etwas nicht passt. Ein Scheiß sind wir.
Das beste Beispiel dafür ist, und es ist auch gleichzeitig ein Armutszeugnis, ein bestimmtes Gesetz, das relativ neu ist in Deutschland. Seit ein paar Jahren ist es nämlich verboten, mit dem Fahrrad auf der falschen Straßenseite zu fahren. Ja, und jetzt, werden sich einige fragen. Das ist einfach erklärt.
Der Mensch existiert seit ungefähr 160.000 Jahren und fährt Fahrrad seit fast 200 Jahren Fahrrad. Natürlich gab es seitdem einige Unfälle, die tödlich endeten, aber das auch nur, weil das Auto meistens stärker war. Man fuhr einfach, achtete so gut es ging auf die Verkehrsregeln und alles war gut. Den Schwarm aufm Gepäckträger, in Gruppen zur nächsten Party geeiert.
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Steht ein Mensch in der Öffentlichkeit, dann ist sein größter Feind die BILD-Zeitung. Sie begleitet dich stets wie ein Schakal und wartet auf die kleinste Unachtsamkeit, um dich dann zu erlegen. Ihr ist egal, ob es zu einer Verurteilung kommt, die Anschuldigung an sich reicht, um dich zu richten. Wenn die Anschuldigungen nicht schwer genug sind, werden einfach noch welche dazu gedichtet. Im günstigsten Fall bist Du verwandt mit Hitler, im schlimmsten wird dein Leben irreversibel zerstört.
Wir alle wissen das, wir alle fürchten das und vor allem hassen wir diese Machenschaften. Dennoch lassen wir uns davon leiten und nur durch große Anstrengungen schaffen einige es, sich nicht von diesen Meinungen beeinflussen lassen. Doch in vielen von uns steckt die BILD und seitdem selbst Hausfrauen twittern, wird das wieder deutlich.
Im aktuellen Fall Jörg Kachelmanns zeigt sich die Bestie Volk mal wieder von ihrer hässlichsten Seite. Stefan Niggemeier fasste die schönsten Tweets zu diesem Thema zusammen, die wieder nur eins zeigen: Eine Verhaftung reicht, um einen mutmaßlichen Täter zu verurteilen. Das hat sich im Mittelalter schon bewährt, wo rothaarige Frauen als Hexen tituliert und verbrannt wurden. Die Macht geht eben vom Volke aus.
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Es ist immer so eine Sache mit den Verkehrsregeln. Jeder glaubt, diese auch nach 10 Jahren unfallfreien Fahren noch zu kennen. Dabei wird das “kennen” gerne so gehalten, dass es eher wie eine eigene Interpretation der regeln klingt. Frei nach dem Motto: Soalnge ich keine Kinder in der 30-Zoner überfahre, mach ich alles richtig.
Warnzeichen (§16 Abs. 1 StVO)
Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben,
- wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt (§ 5 Abs. 5) oder
- wer sich oder andere gefährdet sieht.
Hier geht es um den inflationären Einsatz der Warnblinkanlage und dem deutschen Sprachrohr Nummer 1: die Hupe.
Ich blinke, also bin ich
Entgegen der Gewohnheit, den Warnblinker in der 2. Reihe anzuschmeißen, ist dieses Verhalten schlichtweg falsch. Denn eine Warnblinkanlage soll warnen. Nicht davor, dass Du gerade Kippen holst, sondern vor Gefahren. Das sind in der Regel Stauenden oder eine Panne. Hier sollte die Warnblinkanlage mit einem Warndreieck kombiniert werden, welches NICHT an der Stoßstange lehnt, sondern, bei schnellem Verkehr, 100m von der Schrottkarre entfernt (§15 StVO).
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Weihnachtszeit, Fußgängerzone. Während der Weihnachtsmarkt vom Mond aus zu sehen ist, die Schaufenster festlich geschmückt sind und der Duft von Schmalz- gebäck die Nase umtänzelt, sieht es untenrum wie gewohnt schwierig aus. Bettler, Besoffene, Penner, Berber, Obdachlose – es gibt leider keine Namen, die nur ansatzweise etwas gutes an den Bedürftigen lässt. Und sie wollen nur unser Geld, um sich davon die Birne mit Schnaps auszuknipsen. Verkäufer von Straßenmagazinen sind die Atillerie der Wohnungs- und Erwerbslosen, die Critters unter den Sandlern.
Zuhause angekommen wird die Couch mit Wolldecken ausgelegt und das Süppchen in der Lieblingsschüssel im Schoß fixiert, während man von RTL die Möbel im Kopf verrückt. Zwischen der Bref-Werbung und dem Actimel-Spot kriechen verhungerte Kinder aus Afrika auf staubigen Boden. Sie gucken mit ihren großen Augen in die Kamera und wollen dein Geld, damit sie Bürgerkriege führen können und noch mehr HIV in der Welt verbreiten, als sie es bisher schon getan haben. Neuer Trend: Kinder ohne Schulen in Asien. Jetzt wollen die auch noch Lesen und Schreiben lernen, damit sie hier einbürgern können, or what?
26. Dezember 2004, Indischer Ozean. Ein Bierschiss Poseidons tötet auf einen Schlag 230.000 Menschen, darunter einige deutsche europäische westliche Urlauber. Eine Naturgewalt richtet weit weg großen Schaden an und nimmt uns Menschen, die uns ganz nah stehen. Ein großer Spendenaufruf wird gestartet und Deutschland macht das, was es am wenigsten kann: spenden. Es wird soviel gespendet, dass das Rote Kreuz dazu aufrief, auch an andere Organisationen zu spenden, die nichts mit dem Tsunami zu tun haben. Nicht, weil sie auf diese aufmerksam machen wollten, sondern weil einfach zuviel gespendet wurde. Spenden wurde, Weihnachten sei dank, schlagartig ein Trend, den es zu folgen galt.
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